Freitag, 30. September 2011

Aus Schwächen Stärken machen

Wie oft werden wir im Alltag mit "Etiketten" behaftet oder stecken uns selber in eine Schublade.
Dabei haben alle Dinge im Leben zwei Seiten. Kein Verhalten, keine Eigenschaft ist grundsätzlich schlecht.
Kreatives Umdeuten kann helfen, aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke zu machen.

Wieso sollten Sie das tun?
Weil es sich besser anfühlt- und jeder von uns hat das Recht, sich gut zu fühlen! Negative Gedanken erzeugen unnötig Stress.
Deshalb gebe ich Ihnen heute ein paar Beispiele, in denen Sie sich vielleicht wieder entdecken. Lesen Sie sich die folgenden Sätze durch und lassen Sie beide Varianten auf sich wirken.
  • Vorwurf: "Du bist so unordentlich"=> "Ich nehme mir meinen Raum"
  • "Ich kann mich nie entscheiden" => Ich bin bedächtig, hole mir verschiedene Perspektiven ein
  • "Ich sage oft zu schnell etwas, was ich nicht wollte" => Ich bin spontan
  • "Ich handel oft unüberlegt" => Ich bin temperamentvoll
  • "Ich bin manchmal viel zu schüchtern" => Ich nehme mir Zeit, gewisse Dinge/Situationen erst einmal wahrzunehmen
Eine weitere Möglichkeit ist es, vermeintlichen Schwächen einen anderen Kontext zu geben. In welchen Situationen könnte genau dieses Verhalten nützlich sein?

Diese Übung kann man mit Freunden machen, aber auch alleine. Schreiben Sie sich Verhaltensweisen/Eigenschaften auf, die Sie stören oder die man an Ihnen kritisiert. Danach geben Sie diesem Verhalten, der Eigenschaft eine positive Bedeutung. Was ist daran gut? In welchen Zusammenhang ist sie für Sie hilfreich?
Ich habe zum Beipsiel die "Macke", dass ich im Restaurant meistens Sonderwünsche habe. Manch eine Begleitung nervt das und mir wurde vorgeworfen, ich sei "schwierig". Wie sehe ich es? Ich kenne meine kulinarischen Vorlieben und nehme mir das Recht, diese zu äußern.
Also, viel Spaß beim kreativen Umdeuten!

Sonntag, 18. September 2011

Man sieht nur mit dem Herzen gut

...das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar"
Fast jeder kennt diesen Satz von Antoine de Saint-Exupery.
Was dieser Satz für mich bedeutet, möchte ich Ihnen anhand eines Beispiels aus meinem Leben verdeutlichen.
Ich habe drei Hunde, von denen einer 11 Jahre alt ist. Eine alte Dame mit grauem Schnäuzchen und einem sehr eigenwilligen Kopf. Fine ist hinten ein bisschen "höher gelegt" als vorne und hat viele Macken und Schrammen am Körper.
Als ich Fine zum ersten Mal von 3,5 Jahren gesehen habe, habe ich sie mit meinem Herzen gesehen! Sie war - und ist es bis heute - für mich etwas ganz Besonderes. Es besteht eine tiefe Herzensverbindung zwischen ihr und mir. Ihre Macken, Schrammen, optischen Eigenheiten, all das zeichnet sie aus. Für all ihre schrägen Einfälle liebe ich sie. Fine ist einfach Fine - sie so anzunehmen, wie sie ist, fällt mir leicht!

Wie sieht es mit diesem unverfälschten "Herzensblick" dagegen auf uns selber aus?
Wie oft stehen wir vor dem Spiegel und meckern an uns herum? Wie oft kritisieren wir uns für Missgeschicke? Erkennen wir unsere eigene Einzigartigkeit wirklich an?
In einem Buch habe ich neulich diesen Satz gelesen: "Wir setzen uns für artgerechte Tierhaltung ein und leben selber immer weniger artgerecht. Wir entfremden uns immer mehr von der Natur und uns selbst"

Ja, man sieht nur mit dem Herzen gut, denn dann finden keine Bewertungen oder Abwertungen statt. Diesen wertfreien, warmen Blick sollten wir uns selber gönnen, so oft es geht!
Je herzlicher wir mit uns selber umgehen, umso besser gelingt es uns auch mit anderen.

Sonntag, 11. September 2011

Nicht versuchen, sondern machen!

Stellen Sie sich bitte vor einen Stuhl und nun versuchen Sie bitte, sich hinzusetzen.
"Ich soll versuchen, mich hinzusetzen? Entweder setze ich mich oder nicht"
Genau darum geht es: Sie können es machen oder es lassen. Zu versuchen, etwas zu tun, ist im Grunde nicht möglich.

Unsere Sprache ist trügerisch. Unseren Gedanken werden zu Worten, den Worten folgen Taten. Welche Tat folgt also dem Satz "Ich versuche es?". In den meisten Fällen dient diese Formulierung als Ausrede. "Ich versuche, zu deiner Party zu kommen." Entweder sage ich zu oder ich sage ab oder ich stehe dazu, dass ich mich noch nicht festlegen möchte.
"Ich versuche ab morgen, mehr Sport zu machen". Soso....entweder machen Sie mehr Sport oder nicht. Der Versuch ist eine (Selbst-)Täuschung, die Sie Ihrem Ziel nicht näher bringt, sondern das Vorhaben auf wackelige Beine stellt.

Eine kleine Übung für Ihr Selbst-Bewusstsein: Achten Sie in der nächsten Woche darauf, wie oft Sie von "ich versuche es" sprechen. Überlegen Sie dann, worum es Ihnen wirklich geht.
Wollen Sie etwas machen? Dann planen Sie konkrete (vielleicht auch nur kleine) Schritte und setzen diese um.
Sie wollen es nicht machen? Dann seien Sie sich und dem anderen gegenüber ehrlich und üben sich darin, zu Ihrer Meinung zu stehen.
Sie sind noch unentschlossen und wollen sich nicht festlegen? Was benötigen Sie, um eine Entscheidung zu treffen? Ist es vielleicht die Sorge, der andere könnte  sauer oder enttäuscht über Ihre Antwort sein? Das ist nicht Ihre Verantwortung, bleiben Sie bei sich!

Ihr Leben wird dadurch an Klarheit gewinnen und auch für andere werden Sie greifbarer.

Montag, 5. September 2011

Vom Problem zum Ziel

Gibt es ein bestimmtes Thema, bei dem Sie einfach nicht weiterkommen?
Sie haben sich etwas vorgenommen, scheitern aber immer wieder?
In diesen Fällen kann eine Ziel-Problem-Aufstellung (ZPA) hilfreich sein. Dieses Format kommt aus der systemischen Strukturaufstellung nach Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd (Definition Wikipedia).

"Ein Problem ist ein Ziel, das auf dem Kopf steht".
Diese Form der Aufstellung kann bei jedem Problem angewendet werden. Sei es, dass Sie sich mehr Selbstbewusstsein wünschen, abnehmen wollen oder ein berufliches Ziel verfolgen.
In einer ZPA wird zuerst Ihr konkretes Ziel definiert. Manchmal ist dieses Ziel jedoch noch gar nicht richtig klar und muss erst raus gearbeitet werden.
Dann richten wir den Blick auf Fähigkeiten, die Sie zur Erreichung des Ziels mitbringen, die Sie unterstützen.
Allerdings gibt es auch Hindernisse, die bisher dafür gesorgt haben, dass Sie das Ziel nicht erreicht haben. Auch diese werden in die Aufstellung einbezogen. Ebenso der unbewusste "verdeckte Gewinn", der Nutzen, den Sie durch die Aufrechterhaltung des Problems haben.
Auch wichtig ist die zukünftige Aufgabe, die nach dem Erreichen des Ziels auf Sie wartet.

Die einzelnen Anteile (Ziel, Hindernisse, Ressourcen,...) werden, z.B. in Form von Pappfiguren, von Ihnen im Raum aufgestellt. In der Zusammenstellung all dieser Teile liegt das eigentliche Problem.
Angeleitet durch den Coach nehmen Sie nun die Position aller beteiligter Teile ein.
So finden Sie heraus:
  • wofür sind die Hindernisse/der verdeckte Gewinn gut?
  • Was möchten diese für Sie sicherstellen?
  • Wie können die Hindernisse Ihnen auf andere Weise dienlich sein, so dass Sie Ihr Ziel angehen können?
Durch eine ZPA können Sie all diese Teile wieder "in Ordnung" bringen und Ihr Ziel in Angriff nehmen.
Die ZPA ist eine Methode, mit der ich sehr gerne arbeite, weil sie ganz neue Aspekte liefert, das Innenleben sichtbar macht und nachhaltig wirkt - kein Hokuspokus, sondern ein ganz fundiertes Coachingformat!

Donnerstag, 1. September 2011

Gedanken verursachen Gefühle

Haben Sie sich heute schon geärgert? 
Oder vielleicht Sorgen gemacht? 
Oder ärgern Sie sich noch immer über etwas, das schon Stunden zurück liegt?

Gedanken verursachen Gefühle. Jeder negative Gedanke führt zu einem unangenehmen Gefühl. Und mit einem Gefühl sind körperliche Reaktionen verbunden. Das heißt, ein negativer Gedanke führt zu einer körperlichen Reaktion (Anspannung, Verkrampfung, Anstieg des Blutdrucks,...)

Machen Sie folgenden Versuch: Lockern Sie Ihre Muskeln, entspannen Sie sich. Und nun stellen Sie sich eine Situation vor, in der Sie sich ärgern. Gelingt es Ihnen, dabei körperlich entspannt zu bleiben?
Nein, das kann nicht gelingen!
Das heißt im Umkehrschluss, dass Sie über körperliche Entspannung Einfluss auf Ihre Gefühle nehmen können. Wenn Sie sich aktuell ärgern oder Sorgen machen, machen Sie folgende Übung:
  • atmen Sie tief in den Bauch ein, als wollten Sie einen Ballon aufpusten
  • spannen Sie möglichst viele Muskeln gleichzeitig an und halten Sie die Luft an (5-7 Sekunden)
  • lassen Sie die Anspannung los und atmen Sie gleichzeitig durch den Mund aus
  • wiederholen Sie die Übung so oft, bis Sie sich ruhiger fühlen
Das ist eine Blitzentspannung, um in einer akuten Stress-Situation etwas ein wenig ruhiger zu werden.
Langfristig ist es jedoch wichtig, sich Ihrer Gedanken bewusst zu werden und sich im mentalen Training zu üben. Hierzu gibt es einen sehr schönen Spruch: "Wenn die Menschen wüssten, wie sehr ihre Gedanken ihre Gesundheit beeinflussen, würden Sie entweder weniger oder anders denken"