Montag, 28. November 2011

Ich verzichte gerne!

Haben Sie schon mal bewusst und freiwillig ein paar Tage auf etwas verzichtet, was Ihnen wichtig ist?
Zum Beispiel die heißgeliebte Schokolade oder den morgendlichen Kaffee?
Wenn Sie dann das erste Mal wieder ein Stück Schokolade essen, schmeckt es doppelt so gut! Oder Sie haben vielleicht festgestellt, dass es auch ohne geht....

Indem wir uns einige Zeit in Abstinenz üben, lernen wir uns besser kennen. Verzicht deckt Abhängigkeiten, Gewohnheiten und wahre Werte bzw. Bedürfnisse auf - bewusster Verzicht befreit!
Ich habe mehrfach Auszeiten auf einer Almhütte gemacht, auf der es keinen Strom, keinen Kühlschrank, keinen E-Herd, keinen Fernseher, kein Radio gab.
Zu Beginn ist es ungewohnt. Selbstverständliche Abläufe müssen neu organisiert werden, Kreativität und Einfallsreichtum sind gefragt.
Gleichzeitig habe ich ein Gefühl von Dankbarkeit für meinen Wohlstand, meine Annehmlichkeiten zu Hause entwickelt. Und ich habe gemerkt, dass ich viele Sachen zum Glücklich sein gar nicht brauche. 

Stellt sich die Frage, wie man für sich "Glück" definiert?
Die Antwort darauf kennen nur Sie selbst - oder sind Sie noch auf der Suche nach einer Antwort?

Ich kann inzwischen sagen, was für mich "Glück" bedeutet, aber bis dahin war es ein langer Prozess. Entscheidend dazu beigetragen hat für mich bewusstes Verzichten, wodurch ich viel Freiheit, Genussfähigkeit und Dankbarkeit gewonnen haben!

Probieren Sie es doch einfach mal im Kleinen aus - vielleicht wächst dann die Lust auf ein größeres Abenteuer?

Sonntag, 20. November 2011

Spieglein, Spieglein....

"Wenn ich xy schon sehe, bekomme ich die Krise"
"Es gibt Menschen, mit denen kann ich gar nicht"

Jeder von uns trifft immer wieder auf Menschen, die bei uns "Knöpfe" drücken. Dabei sagen Begegnungen immer auch etwas über uns aus - wir werden durch andere gespiegelt!
Stehen wir einer Person/einer Situation neutral gegenüber, hat das mit uns selber nicht viel zu tun. Ruft eine Person/eine Situation jedoch starke Gefühle in uns hervor, wird es interessant.

Ein Beispiel:
Die Tochter einer Freundin unterbricht immer wieder Ihr Gespräch.
1. Sie nehmen es wahr, aber regen sich nicht weiter darüber auf.
2. Sie werden wütend! Sie fallen dem Kind ins Wort oder sagen Ihrer Freundin/dem Kind die Meinung!
3. Sie ziehen sich zurück, fühlen sich übergangen und sagen einfach gar nichts mehr.

Lassen wir einmal außen vor, das Verhalten des Kindes zu bewerten.
Entscheidend ist Ihre Reaktion auf das Verhalten.
zu 1: Das Verhalten hat mit Ihnen nichts weiter zu tun.
zu 2: Das Verhalten des Kindes spiegelt Ihnen Ihr eigenes wider. Sie scheinen mit ähnlichen Verhaltensweisen zu tun zu haben.
zu 3: Hier wird Ihnen das Gegenteil gespiegelt - z.B. mangelndes Einstehen für Ihre Bedürfnisse, zu wenig Selbstvertrauen.

Wenn ich jemandem vorwerfe, er sei selbstverliebt, mangelt es mir vielleicht an Eigenliebe? Oder werde ich mit meiner eigenen Selbstverliebtheit konfrontiert? 

Um herauszufinden, was Ihnen gespiegelt wird, ist Ehrlichkeit gefragt.
Die grundsätzliche Frage lautet daher: Was hat das mit mir zu tun? Was kann ich über mich lernen?
Der Alltag bietet unendliche Gelegenheiten, in denen wir gespiegelt werden: Die eigenen Kinder, das Haustier, der Partner, Freunde,...
Bei aller Selbstreflexion sollte jedoch eines im Vordergrund stehen: Der Spaß an der persönlichen Entwicklung!
Es geht nicht um Verbissenheit oder Härte sich selbst gegenüber. Vielmehr können wir dankbar sein über die vielfältigen Möglichkeiten, uns besser kennenzulernen.

Samstag, 12. November 2011

Beim Universum bestellen?

In den letzten Monaten habe ich viele Ratgeber gelesen, u.a. auch "The Secret" und "Bestellungen beim Universum". 
Was darin steht, klingt so einfach: Man muss etwas von ganzem Herzen wollen, es sich fest wünschen und dann zieht man es magnetisch an! Ganz einfach, oder?
So etwas klingt unheimlich verlockend und suggeriert uns Mühelosigkeit. Wer möchte sich für Erfolg schon richtig ins Zeug legen, wenn es doch so leicht sein kann? 

Ich stehe diesen Ratgebern inzwischen sehr skeptisch gegenüber, denn wie fühlt sich der Wünschende, wenn sein Wunsch nicht Wirklichkeit wird?
Er hat versagt! Es war sein Fehler, denn offensichtlich hat er nicht richtig gewünscht oder hatte heimliche Zweifel. Je nachdem, um was für ein Thema es sich handelt, kann das einen Menschen in tiefe Verzweiflung stürzen. Er wünscht und wünscht, versucht mit aller Macht, positiv zu denken, aber das Ergebnis will sich nicht einstellen.
 

Meiner Meinung nach kommt es vielmehr hierauf an:
  • sich klare Ziele zu setzen
  • zu handeln statt abzuwarten
  • offen zu bleiben und Chancen zu erkennen
Es ist hilfreich, sich sein Ziel zu visualisieren und Fallstricke in der eigenen Denkweise zu erkennen.
Wer ein Ziel negativ formuliert, tappt in die "Denkfalle". Unser Gehirn kann sich nämlich das Wörtchen "nicht" nicht vorstellen und streicht es einfach weg.
Aus "Ich möchte nicht mehr so viel Schokolade essen" wird dann "Ich möchte so viel Schokolade essen" und schon kreisen unsere Gedanken nur noch um Schokolade.
Stattdessen sollte das gewünschte Ziel deutlich formuliert werden à la "Ich gehe dreimal in der Woche 30 Minuten joggen und esse jeden Tag 2 Äpfel". Das ist überprüfbar und Sie können Ihren Fokus darauf ausrichten.
Wünschen ohne zu handeln kann nicht funktionieren - zumindest nicht für den Besteller. Für den Autoren rentiert sich die Hoffnung der Leser bestimmt....