Sonntag, 2. Januar 2011

Von wegen "immer schön lächeln"

"Du musst das positiv sehen", "denk an was Schönes", "Lächeln macht glücklich"
Solche und ähnliche Sprüche hören wir alle immer wieder. Egal wie schlecht es geht, Hauptsache lächeln, dann wird alles wieder gut!
Aber so einfach ist das nicht. Es gibt Momente im Leben, da ist uns einfach nicht nach Lächeln zumute. Und es fehlt auch die Kraft, an etwas Schönes zu denken oder das Positive an der Situation zu sehen.


Es kommt vielmehr auf eine gesunde Balance an zwischen "negativen" und "positiven" Gefühlen. Sind negative Gefühle wirklich negativ? Sie haben durchaus einen Sinn, sonst würde es sie nicht geben. Alles im Leben hat zwei Seiten und auch unangenehme Gefühle gehören dazu.

Anstatt Gefühle wie Trauer, Wut, Angst oder Neid zu verdrängen und sich ein Lächeln ins Gesicht zu meißeln, halte ich es für sinnvoll, diese Gefühle zu erkennen, sie sich einzugestehen und einen passenden Umgang zu finden. Es ist nicht ratsam, sich von all seinen Gefühlen einfach leiten zu lassen und diese blindlings auszuleben. Sie können einerseits Schaden verursachen, indem wir andere durch unser Verhalten verletzen, aber sie können sich auch verstärken, indem wir uns in eine Negativspirale manövrieren.

Genauso lästig kann es sein, von einem Menschen umgeben zu sein, der ein Dauergrinsen im Gesicht hat und von unangenehmen Dingen nichts wissen will.

Was wirklich zählt, ist mit all dem, was uns ausmacht, im Reinen zu sein und individuell geeignete Wege zu finden, seine Gefühle zu verarbeiten.
Einen interessanten Artikel zu den Gefahren des Gute Laune Zwangs finden Sie hier

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