Samstag, 12. Mai 2012

Unser persönlicher Flohzirkus

Neulich hat mir ein Freund von diesem Versuch erzählt:
Man hat Flöhe in ein Glas gesetzt, aus dem sie immer wieder rausgesprungen sind.
Um sie daran zu hindern, wurde das Glas mit einem Deckel abgedeckt. Die Flöhe konnten nun also nur noch bis zum Deckel springen.
Nach einiger Zeit wurde der Deckel entfernt und siehe da: Die Flöhe sind dennoch nicht mehr über den Rand hinausgesprungen, sondern im Glas geblieben.

Im Grunde funktioneren wir Menschen nicht anders. Von Kindesbeinen an werden wir mit verschiedenen "Deckeln" konfrontiert, an denen wir uns schließlich orientieren.
Wir übernehmen diese Deckel bzw. mentalen Grenzen und richten uns innerhalb unseres "Glases" ein.
Dass es ein Leben außerhalb dieser Grenze gibt, können wir uns meistens gar nicht vorstellen. Das wäre, als müssten wir uns die Unendlichkeit des Weltalls vorstellen - unmöglich!

Aber genau diese Grenzen hindern uns daran, ein selbstbestimmtes Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu führen. "Das geht nicht", "das hat noch keiner geschafft", "davon kann man nicht leben", "das ist verrückt".
Um uns auszuprobieren, müssen wir die Grenzen erkennen und uns trauen, sie zu überwinden. Vielleicht landen wir dabei unsanft auf dem Bauch, vielleicht brauchen wir mehrere Anläufe, vielleicht sind wir aber auch überrascht, dass es viel leichter war, als wir dachten?

Natürlich stellt sich auch die Frage, wann wir anderen unsere Sichstweise überstülpen? Wir können uns über unsere verschiedenen Ansichten austauschen, aber es gibt kein universelles "richtig" oder "falsch". 

Wenn ich jetzt mit vermeintlich fixen Ansichten konfrontiert werde, erinnere ich mich immer wieder an diese Flohgeschichte.
Wir sind frei, unsere Grenzen selber abzustecken und unser Leben nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Dream the impossible dream!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen