Montag, 13. August 2012

Die Zeit nach dem Brand

Einige haben es mitbekommen, dass wir vor 3 Wochen einen riesigen Waldbrand hatten. Insgesamt sind 13.000 Hektar Land verbrannt.
Auch unsere Finca war direkt betroffen. Das Feuer ging nicht um sie herum, sondern mitten durch! Und klar, es hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, auf die ich im Detail aber gar nicht noch einmal eingehen möchte.

Jetzt, nach 3 Wochen, ist bereits zu sehen, dass sich die Natur erholt und an einigen Stellen schon wieder etwas Grünes wächst.
Anders sieht es mit den betroffenen Menschen aus, so auch mit mir.
Täglich bin ich aufs Neue mit den Auswirkungen konfrontiert: dem Gestank nach Ruß, dem Dreck im Haus, den total verkohlten Bäumen.

Direkt nach dem Feuer haben wir alle große Erleichterung verspürt, dass uns und den Tieren (gesundheitlich) nichts passiert ist. Erst nach und nach habe ich jedoch das ganze Ausmaß realisiert und in völlig unerwarteten Momenten angefangen zu weinen.

Viele meiner Freunde in Deutschland konnten gar nicht nachvollziehen, was hier vor sich gegangen ist. Die häufigste Äußerung war: "Gut, dass euch nichts passiert ist" und dann ging es weiter im Text.

Ganz so leicht ist das aber nicht. Es ist wichtig, die Trauer zuzulassen und darüber zu reden. Erst dann ist es möglich, wieder nach vorne zu schauen und sich dem Aufbau zu widmen.
"Anerkennen was ist", ist einer der wichtigsten Grundsätze im Coaching. Das habe ich nun wieder am eigenen Leib erfahren und bin für diese "Lektion" dankbar.

Aktuell baue ich den erlebten Stress mit Bewegung ab. Es hält mich keine 5 Minuten auf einem Stuhl, dauernd mache ich irgendetwas. Und das ist in
Ordnung, die Zeiten werden sich wieder ändern.


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