Wenn ich mit anderen über Selbstliebe rede, bekomme ich häufig zu hören "ich mag aber keine Leute, die nur an sich denken" oder "mich nervt es, wenn jemand total selbstverliebt ist". Dabei geht es weder um rücksichtslosen Egoismus noch um Prahlerei, sondern darum, sich selber zu akzeptieren und zu respektieren.
Aus der Akzeptanz und dem Respekt vor eigenen Bedürfnissen, Fähigkeiten und auch Schwächen wächst gleichzeitig ein tieferes Verständnis für andere Menschen. Jemand, der in sich selbst verliebt ist, blendet dagegen sein Umfeld aus und richtet den Schweinwerfer ausschließlich auf die eigene Person. Das macht auf Dauer ziemlich einsam.
Der Grat zwischen gesunder Selbstliebe und nerviger Selbstdarstellung ist schmal.
Dem aktuellen Trend, Bescheidenheit als negativ zu werten, schließe ich mich nicht an. Es gibt genügend bekannte charismatische Persönlichkeiten, denen niemand ihre angenehme Zurückhaltung vorwerfen würde. Trotzdem sind sie extrem präsent und ziehen Menschen in ihren Bann.
Es kommt, wie so oft im Leben, auf das richtige Maß an, eine Balance zwischen Zurückhaltung und selbstbewusster Kommunikation der eigenen Stärken. Wer mit sich im Reinen ist und sich selbst tatsächlich liebt, der kann auch anderen mal das Rampenlicht überlassen, ohne, dass das Ego einen Schaden nimmt.
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